Magnesiumstearat




Magnesiumstearat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Salze - im Detail das Magnesium-Salz der Stearinsäure. Die systematische Bezeichnung lautet Magnesiumdioctadecanoat:

 

Strukturformel Magnesiumstearat

 

Das zweifach positiv geladene Mg2+-Ion bindet hierbei zwei Moleküle des einfach negativ geladenen Stearinsäure-Anions.

In reinem Substanz ist das Fettsäuresalz eine weiße, sich fettig anfühlende Substanz, die leicht nach Stearinsäure riecht, einen charakteristischen Geschmack aufweist, bei etwa 88 Grad Celsius schmilzt und in herkömmlichen Lösungsmitteln wie Wasser, Alkohol und Ether unlöslich ist. Lösen läßt sich das Salz in jeweils warmen Alkohol und Benzol.

Im Handel erhältliches Magnesiumstearat besteht meist aus Mischungen mit Magnesiumpalmitat und/oder geringen Beimengungen von Magnesiumsalzen anderer Fettsäuren. Als Verunreinigung ist darüber hinaus Magnesiumoxid zu finden. In kristalliner Form bildet es Mono-, Di- und Trihydrate.

 

Herstellung

Art und Umfang der im Magnesiumstearat anzutreffenden Verunreinigungen sind auf die industriellen Herstellungsprozesse zurückzuführen. Ausgangsmaterialien sind meist pflanzliche, aber auch tierische Fette, aus denen Stearin- und Palmitinsäure als Mischung gewonnen wird; diese wiederum werden mit Natronlauge (NaOH) zu den Natriumsalzen umgesetzt:

C17H35COOH + NaOH → C17H35COONa + H2O

.

Die Synthese der Magnesiumstearats erfolgt schließlich durch Reaktion des Natriumstearats mit einem Magnesiumsalz wie zum Beispiel Magnesiumsulfat (Heptahydrat) oder Magnesiumchlorid:

2 C17H35COONa + MgSO4 x 7 H2O → Mg(C17H35COO)2 x n H2O ↓ + NaSO4 + 6 H2O.

 

Verwendung

Magnesiumstearat findet vielfach Anwendung als Verdünnungsmittel bzw. Füllmittel, Bindemittel und als Trägersubstanz bei der Herstellung von Tabletten, Kapseln und Pulvern etc. Die Substanz zeichnet sich durch ihre guten Schmier- und Antihafteigenschaften aus. Als Mischungsvermittler sorgt das Salz für das richtige Mischungsverhältnis in Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln.

Die Lebensmittelindustrie verwendet Magnesiumstearat als Emulgator, Schaummittel und vor allem als Trennmittel. Die Kennzeichnung erfolgte früher über die E-Nummer E572; heute verbirgt sich die Verbindung unter E470b und unter der weitergefassten Bezeichnung "Magnesiumsalz von Speisefettsäuren", wobei auch andere Magnesiumsalze der Fettsäuren gemeint sein können.

In kosmetischen Artikel erfüllt das gut an der Haut haftende Magnesiumstearat die Funktion einer Rieselhilfe bzw. eines Antibackmittels, eines Füllmittels, eines Feuchthaltemittels und/oder eines weißen Farbstoffs. Die Verwendung in Kosmetika ist unter Kennzeichnung des Produkts mit dem INCI-Namen Magnesium stearate zulässig.

Die in diesen Produkten verwendeten Mengen an Magnesiumstearat gelten gemeinhin als unschädlich für die Gesundheit.

 

Datenblatt: Magnesiumstearat

Bezeichnung: Magnesiumstearat
Systematisch: Magnesiumdioctadecanoat
Weitere Namen: Stearinsäure Magensiumsalz; Magnesiumdistearat; Octadecansäure Magnesiumsalz
Internationaler Freiname INN: Magnesium stearate
Englische Bezeichnung: Magnesium octadecanoate
INCI-Bezeichnung: Magnesium Stearate
Summenformel: C36H70MgO4
Molmasse: 591,244 g mol-1
Schmelzpunkt: 88 °C
Siedepunkt: Z
Dichte: 1,028 g cm-3 bei 25°C
Löslich in: Ethanol (warm, 96%), Benzen (warm)
Unlöslich in: Wasser, Alkohol, Ether
CAS-Nummer: 557-04-0
EC-Nummer, EINECS: 209-150-3
InChI Code: HQKMJHAJHXVSDF-UHFFFAOYSA-L
Externe Daten: ChemSpider - 10704; PubChem - 11177; Kegg - D02189; ChEBI - 9254

 

Quellen und weitere Informationen:

[1] - Magnesium Stearate.
CosIng, Europäische Stoffdatenbank für Inhaltsstoffe der Kosmetika.

[2] - K. D. Ertel, J. T. Carstensen:
Chemical, physical, and lubricant properties of magnesium stearate.
Journal of Pharmaceutical Sciences, (1988), DOI 10.1002/jps.2600770715.

[3] - Mehmet Gönen, Theresa O. Egbuchunam, Devrim Balköse, Fikret Inal, Semra Ülkü:
Preparation, Characterization and Applications of Magnesium Stearate, Cobalt Stearate and Copper Stearate.
Key Engineering Materials, (2014), DOI 10.1201/b16588-15.

 


Aktualisiert am 18.01.2017.







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