Astrochemie

Astrochemie, Kosmochemie, Interstellare Chemie - Quellen und Informationen.



Die Astrochemie - oder auch Kosmochemie - bezeichnet ein Teilgebiet der naturwissenschaftlichen Chemie, welches sich mit der Erforschung von Zusammensetzung, Verbreitung und Verteilung, Entstehung und Austausch der in Himmelskörpern, interstellarer Materie, kosmischem Staub, Meteoriten, Kometen, Planeten, Monden usw. vorliegenden chemischen Elementen, deren Isotope und Verbindungen befasst.

Die Astrochemie ist eng verzahnt mit der Physik, speziell der Astrophysik. Und es werden immer mehr organische Moleküle im freien Weltraum entdeckt, so dass auch astrobiologische Aspekte in diesen Themebereich Einzug finden - nicht zuletzt mit der Fragestellung nach dem Ursprung des Lebens und nach dem Vorhandensein außerirdischer Lebensformen.

Die nachfolgende Liste enthält online verfügbare Informationen zum Thema Astrochemie. Weitere Quellen in englischer Sprache finden Sie in der Kategorie cosmochemistry.



Inhalt, Gliederung


Aktuelle Berichte
Vorlesungsskripten und Vorlesungsmaterialien
Spezielle Teilinformationen
Daten und Datenbanken
Journale, Fachzeitschriften
Newsarchiv
Institute und Foschungseinrichtungen
Organisationen, Verbände



Aktuelle Berichte



Propylcyanide in ALMA in Sgr B2
Butyronitrile im interstellaren Raum

Interstellare Moleküle verzweigen sich: Zum ersten Mal ist es gelungen, ein kohlenstoffhaltiges Molekül mit verzweigter Struktur im Weltraum nachzuweisen.

Staub und Moleküle in der Zentralregion unserer Milchstraße. Die Moleküle iso-Propylcyanid (i-C3H7CN, links) und normal-Propylcyanid (n-C3H7CN, rechts) wurden mit ALMA in Sagittarius B2 entdeckt. [Bildquelle: MPIfR/A. Weiß (Hintergrundbild), Universität zu Köln/M. Koerber (Molekülmodelle), MPIfR/A. Belloche (Montage)]





Edelgas Sterne
Edelgase in Sternen entdeckt

Erstmals die Elemente Krypton und Xenon in heißem Stern entdeckt: Astronomen der Universität Tübingen weisen Produktionsstätte der seltenen Edelgase in einem weißen Zwerg nach.

Abbildung: Die chemischen Elemente Krypton und Xenon kommen im Stern RE 0503-289 hundert- bzw. tausendfach überhäufig vor: Ein klarer Hinweis, dass sie in dem Stern erzeugt wurden.

[Bildquelle: NASA]





Fußballmoleküle dämpfen Sternenlicht

Altes astronomisches Rätsel steht vor der Lösung.

Abbildung: Ionisierte Buckminster-Fullerene (C60+) kommen im Gaszustand im Weltall vor.

[Bildquelle: Uni Basel]





Kosmisches Bleichmittel
Kosmisches Bleichmittel

Astronomen finden das Schlüsselmolekül Wasserstoffperoxid in interstellaren Wolken.

Farbaufnahme des Sternentstehungsgebiets um den Stern Rho Ophiuchi, etwa 400 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Mit dem APEX-Teleskop in Chile haben Forscher in dieser Region zum ersten Mal das Molekül Wasserstoffperoxid im Kosmos nachgewiesen. Der Fundort ist durch einen roten Kreis markiert. Rho Ophiuchi ist der helle Stern inmitten der blauen Region im oberen Bildteil. Als hellster Stern im Gesichtsfeld leuchtet der gelblich erscheinende Antares in der unteren Bildhälfte. Rechts davon ist der Kugelsternhaufen Messier 4 sichtbar.

[Bildquelle: ESO / S. Guisard]





Methylcyanid in Sternen
Methylcyanid in jungem Sternsystem nachgewiesen

In einer protoplanetaren Scheibe, die einen jungen Stern umgibt, haben Astronomen zum ersten Mal die Existenz komplexer organischer Moleküle nachgewiesen: die Bausteine des Lebens.

Diese Entdeckung ist eine erneute Bestätigung dafür, dass die Bedingungen, unter denen die Sonne und mit ihr die Erde entstanden sind, im Universum nicht einmalig sind.

Abbildung: Künstlerische Darstellung der protoplanetaren Scheibe um den jungen Stern MWC 480.

[Illustration: B. Saxton (NRAO/AUI/NSF)]





Pu-244 als Zeitmarker
Pu-244 als Zeitmarker explosiver Elemententstehung

Interstellarer Staub gibt Aufschluss zur Entstehung chemischer Elemente: Isotopenforschung der Universität Wien liefert wichtigen Beitrag für internationale Forschungskooperation.

Abbildung: Die Fotocollage illustriert, wie kosmischer Staub aus Supernova-Explosionen auf die Erde gelangt ist.

Der Krebsnebel ist ein Supernova-Überrest aus dem Jahr 1054 A.D. in 6300 Lichtjahren Entfernung.

[Bildquelle, Copyright: J. Hester and A. Loll, Arizona State University]





Roter Riesenstern
Rote Riesen mit angehaltener chemischer Uhr

Ein internationales Team von Astrophysikern unter Leitung von Cristina Chiappini vom Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam hat eine Gruppe Roter Riesensterne entdeckt, deren chemische Uhr scheinbar aus dem Takt geraten ist.

Abbildung: Künstlerische Darstellung Roter Riesensterne in der Milchstraße.

[Bildquelle: AIP / J. Fohlmeister]





Schwefel-Chemie der Sterne
Schwefel-Chemie explodierender Sterne

Meteorit birgt Hinweise für die Bildung von Schwefelmolekülen in den Überresten einer Supernova.

Sternenstaub aus einer Supernova - Die elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt ein Siliziumkarbid-Korn aus dem Meteoriten Murchison. Das im Durchmesser knapp einen Mikrometer große Staubteilchen stammt aus einer Supernova, wie eine Analyse von Isotopen ergeben hat.

[Bildquelle: Peter Hoppe, MPI für Chemie]




Stellare Synthese chemischer Elemente
Präzisionsmassenmessungen liefern wichtige Informationen über die Nukleosynthese in Röntgenstrahlungsausbrüchen



Vorlesungsskripten und Vorlesungsmaterialien


Astrochemie
Vorlesungsskript: Astrochemie, Exoplaneten, Leben - Format: PDF

Kernumwandlungen
Die Entstehung der Elemente. Universität Bayreuth

Nukleosynthese
... in Sternen. Universität Tübingen - Format: PDF



Spezielle Teilinformationen


Jupiter
Allgemeine und spezielle Informationen

Mars
Allgemeine und spezielle Informationen

Merkur
Allgemeine und spezielle Informationen

Neptun
Allgemeine und spezielle Informationen

Pluto
Allgemeine und spezielle Informationen

Saturn
Allgemeine und spezielle Informationen

Sonne
Allgemeine und spezielle Informationen

Uranus
Allgemeine und spezielle Informationen

Venus
Allgemeine und spezielle Informationen



Daten und Datenbanken


129 reported interstellar and circumstellar molecules
Molecules are found in interstellar clouds of various sorts. National Radio Astronomy Observatory, USA - [engl.]

Astromoleküle
Liste der im Weltraum nachgewiesenen chemischen Verbindungen. The Astrochymist - [engl.]

Kinetic Database for Astrochemistry
KIDA is a database of kinetic data of interest for astrochemical (interstellar medium and planetary atmospheres) studies. In addition to the available referenced data, KIDA provides recommendations over a number of important reactions - [engl.]

Molecules in Space
Information on the detection of the respective molecules, including minor isotopic species or molecules in excited vibrational states as well as links to articles - [engl.]

SAO/NASA Astrophysics Data System
... is a Digital Library portal for researchers in Astronomy and Physics, operated by the Smithsonian Astrophysical Observatory (SAO) under a NASA grant - [engl.]

UMIST Database for Astrochemistry
UDFA - [engl.]



Journale, Fachzeitschriften


Advances in Space Research
... is an open journal covering all areas of space research including: space studies of the Earth's surface, meteorology, climate, the Earth-Moon system, planets and small bodies of the solar system, upper atmospheres, ionospheres and magnetospheres of the Earth and planets including reference atmospheres, space plasmas in the solar system, astrophysics from space, materials sciences in space, life sciences as related to space, fundamental physics in space, space debris, space weather, earth observations of space phenomena, etc. Elsevier - [engl.]

Astrobiology
... ist die führende Fachzeitschrift, die die Geheimnisse des Ursprung des Lebens, der Entwicklung, der Verteilung und das zukünftige Schicksal des Universums erforscht. Diese multidisziplinäre Zeitschrift deckt folgende Bereiche ab: Astrophysik; Astropaläntology, Bioastronomie, Astrochemie, Ökogenomik, Exobiologie, Extremophile, Geomikrobiologie, Gravitationsbiologie, Meteoriten, Ursprung des Lebens, planetare Geowissenschaften, präbiotische Chemie, Raumfahrt-Technologie, Terraforming und vieles mehr. Mary Ann Liebert, Inc. - [engl.]

Earth, Moon, and Planets
An International Journal of Solar System Science, publishes original contributions on subjects ranging from star and planet formation and the origin and evolution of the solar and extra-solar planetary systems, to asteroids, comets, meteoroids and near-Earth objects, including the terrestrial impact hazard and solar system - terrestrial relationships, and related topics. Springer - [engl.]

Geochimica et Cosmochimica Acta
GCA. publishes research papers in a wide range of subjects in terrestrial geochemistry, meteoritics, and planetary geochemistry. Elsevier - [engl.]

International Journal of Astrobiology
Astrobiology combines the sciences of biology, chemistry, palaeontology, geology, atmospheric physics, planetary science, astrophysics and cosmology in the study of the origin, evolution and distribution of life in the universe and the future of life both on Earth and beyond. The International Journal of Astrobiology is the forum for practitioners in this exciting interdisciplinary field. Cambridge University Press - [engl.]

Meteoritics and Planetary Science
The journal publishes research articles describing the latest results of new studies, invited reviews of major topics in planetary science, editorials on issues of current interest in the field. Wiley - [engl.]



Newsarchiv


Chemisch pekuliare Sterne
Erster Nachweis von extragalaktischen CP-Sternen in der Großen Magellanschen Wolke

Chemischer Fingerabdruck eines Exoplaneten ermittelt
Erster direkter 'chemischer Fingerabdruck' eines Exoplaneten, der einen sonnenähnlichen Stern umkreist

Exolife: Alien-Molekülen auf der Spur
Eine neue, international vernetzte Forschungsplattform will den astronomischen Geozentrismus aufbrechen und die Suche nach Spuren von Leben im All um neue Parameter erweitern

Exoplaneten-Spektroskopie
Neue Methode erschließt Exoplanetenchemie auch kleineren Teleskopen

Heiße Wasserdampfwolken um hellen Kohlenstoffstern CW Leonis
Kürzlich wurden mit Hilfe des ESA-Satellitenteleskops Herschel große Mengen Wasserdampf mit einer Temperatur von rund 700 Grad Celsius in der Hülle des alternden Kohlenstoffsterns CW Leonis entdeckt

Interstellare Chemie
Forscher finden zwei neue, hochkomplexe Moleküle im Weltraum.

Lebenselixier im All
In der Scheibe um einen jungen Stern orten Forscher erstmals große Mengen von Wasser

Lithium-Problem der Sonne
Exoplaneten lösen Lithium-Rätsel der Sonnenchemie

Staubpartikel als Katalysator bei der Bildung von Wasserstoffmolekülen im Weltraum
Dass Wasserstoffmoleküle im Weltraum vorkommen, ist bekannt. Wie diese jedoch gebildet werden, dazu fehlten bislang die passenden Antworten

Verwandter einer Aminosäure im All entdeckt
Max-Planck-Wissenschaftler finden Aminoacetonitril nahe dem galaktischen Zentrum. Artikel März 2007



Institute und Foschungseinrichtungen


Köln
Cosmochemistry Project Group. DMG - [engl.]

Leiden Molecular Astrophysics and Astrobiology groups
... is composed of people working on various aspects of interstellar molecules (astrophysics, physics, chemistry). The group includes the Sackler Laboratory for Astrophysics and is closely linked with the Astrobiology project. - [engl.]



Organisationen, Verbände


Meteoritical Society
... is a non-profit scholarly organization founded in 1933 to promote the study of extraterrestrial materials, including meteorites and space mission returned samples, and their history - [engl.]




Literaturempfehlungen und Bücher: Astrochemie


Buchempfehlung

Katharina Al-Shamery

Moleküle aus dem All?

Wie kam es dazu, dass sich unsere Erde allmählich aus dem Nebel des Sonnensystems zu formen begann und was ist dran an der Theorie, dass das Leben in Form von Sporen direkt aus dem All zu uns auf die Erde transportiert wurde? Unsere bisherige Evolutionsgeschichte liest sich schon spannend wie ein Krimi. Und hier verraten international renommierte Wissenschaftler auch ihre Zukunftsvisionen, wie z. B. Professor Jesco von Puttkamer (ISS und NASA), der ergründet, ob Leben auf dem Mars möglich ist.

Wiley-VCH; 2012






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Aktualisierung am 18.11.2016

Stichwörter: Astrochemie, Kosmochemie, Chemie, Grundlagen, Informationen, Forschung





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