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Immer wenn Pflanzen wunderschön rot, violett, blau oder blauschwarz
leuchten, sind so genannte Anthocyane und Procyanidine im Spiel. Die
Farbstoffe finden sich beispielsweise in Beeren wie Heidelbeeren,
schwarzen Johannisbeeren und roten Weintrauben, aber auch im Rotkohl
und im roten Häutchen der Erdnuss. Unter anderem schützen sie die
Gewebe vor dem UV-Licht der Sonne und binden so genannte "freie
Radikale" - Molekülreste, die das Gewebe angreifen und schädigen
können.
Eine ähnliche Wirkung sollen sie angeblich auch beim Menschen zeigen:
Glaubt man den Versprechungen der Nahrungsmittelindustrie können sie
bei ausreichender Versorgung Herz-, Kreislauf- und Gefäßproblemen,
Immunschwäche, Gelenkschmerzen und sogar Krebs vorbeugen. Weil einige
Substanzen, beziehungsweise deren Stoffwechselprodukte überdies die
Blut-Hirn-Schranke überwinden, sind sie auch als natürliche Waffe zur
Verzögerung des Auftretens von Krankheiten wie Parkinson und Alzheimer
in die Diskussion geraten.
Ob Lebensmittel, die reich an Anthocyan und Procyanidin sind,
tatsächlich das Nervensystem schützen und gegen Entzündungen helfen
können, das untersucht Prof. Peter Schreier vom Lehrstuhl für
Lebensmittelchemie der Universität Würzburg. In den kommenden drei
Jahren koordiniert er ein Projekt mit Lebensmittelchemikern der Uni
Münster, mit Medizinern der Uni Regensburg und mit Vertretern der
Industrie. "Die Interaktion von Lebensmittelchemikern, -technologen
und Medizinern ermöglicht zahlreiche Synergie-Effekte", sagt Schreier.
Durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Spezialisten werde es
möglich, die propagierten Gesundheitseffekte verschiedener Stoffe
genauer ins Visier zu nehmen und auf verschiedenen Ebenen, von der
Zellkultur über Tierstudien bis zur Anwendung am Menschen, zu prüfen.
"Dies sind ideale Voraussetzungen, um auf molekularer Ebene durch
unterschiedliche Versuchsansätze gesicherte Erkenntnisse zu
erarbeiten, für die dann auch zielgerichtete Umsetzungsmöglichkeiten
in die Praxis gegeben sind", so Schreier weiter.
Das Projekt ist Teil der in den nächsten drei Jahren vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützten
Fördermaßnahme "Funktionelle Ernährungsforschung", bei der bundesweit
14 Forschungsvorhaben mit insgesamt 13 Millionen Euro unterstützt
werden. Die Initiative ist Teil der Hightech-Strategie des BMBF, die
eine engere Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft bei
gleichzeitig schnellerer Umsetzung von Forschungsergebnissen in
Produkte fördert.
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