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Prof. Dr. Gerhard Ertl, Fritz-Haber-Institut der
Max-Planck-Gesellschaft, Berlin
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Die moderne Oberflächenchemie begann sich in
den 1960er Jahren insbesondere dank der in der Halbleiterindustrie
entwickelten Techniken als Wissenschaft heranzubilden. Gerhard Ertl
war einer der ersten, der das Potential dieser neuen Techniken
erkannte. Er hat schrittweise eine Methodik für die Oberflächenchemie
entwickelt indem er aufzeigte, wie verschiedene experimentelle
Techniken verwendet werden können, um ein vollständiges Bild einer
Oberflächenreaktion zu erhalten. Diese Wissenschaft erfordert eine
ausgereifte technische Ausstattung für Hochvakuum, da man beobachten
möchte, wie sich einzelne Schichten von Atomen und Molekülen auf einer
extrem reinen Oberfläche aus beispielsweise Metall verhalten. Dazu
muss man exakt kontrollieren können, welche Stoffe in das System
hineingelassen werden. Eine Verunreinigung riskiert die gesamte
Messung zu zerstören. Um ein vollständiges Bild einer Reaktion zu
erhalten, ist deshalb Genauigkeit wie auch eine Kombination von vielen
verschiedenen experimentellen Techniken gefordert.
Gerhard Ertls Arbeit hat Schule gemacht, da er aufzeigte, wie man
zuverlässige Ergebnisse auf diesem schwierigen Forschungsgebiet
erzielen kann. Seine Einsichten haben den wissenschaftlichen Grund für
die moderne Oberflächenchemie gelegt; seine Methodik findet Anwendung
sowohl in der akademischen Forschung wie auch in der Entwicklung von
Verfahren in der chemischen Industrie. Der von Ertl entwickelte Ansatz
basiert nicht zuletzt auf seinen Studien des Haber-Bosch-Verfahrens,
bei dem Luftstickstoff für die Herstellung von Kunstdünger gefangen
wird. Diese Reaktion, die mit einer Eisenoberfläche als Katalysator
erfolgt, hat erhebliche finanzielle Auswirkungen, da gerade der
Stickstoffzugang häufig begrenzend für das Wachstum ist. Ertl hat auch
untersucht, wie Kohlenmonoxid auf Platin oxidiert - eine Reaktion, die
zur Abgasreinigung in Autokatalysatoren erfolgt.
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