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Dabei prüften die Festkörperphysiker auch, welche Änderungen der
Atomanordnung durch das Anlegen einer elektrischen Spannung auftreten,
und welche neuen Materialeigenschaften mit so einer Umordnung
verbunden sind. Besonders interessant war, dass sich die Atome der
untersuchten Strontiumtitanat-Kristalle durch erneutes Anlegen von
Feldern offenbar wieder und wieder umordnen lassen, und zwar nicht
erst bei den ansonsten erforderlichen höheren Temperaturen, sondern
schon bei Raumtemperatur. Durch Interferenzmessungen mit
Röntgenstrahlen wiesen die Forscher kürzlich präzise nach, dass die
Kristallstruktur von Strontiumtitanat tatsächlich gezielt und
umkehrbar "geschaltet" werden kann. Ihre Ergebnisse haben sie unlängst
unter anderem auf der Herbsttagung der Materials Research Society in
Boston/USA vorgestellt sowie in der angesehenen Zeitschrift Applied
Physics publiziert.
Die Technische Universität Dresden hat inzwischen mehrere
Patentanmeldungen zu technischen Anwendungen dieser
Forschungsergebnisse eingereicht, rückt doch die Umkehrbarkeit so
eines Schaltvorgangs gänzlich neue Einsatzmöglichkeiten ins Blickfeld
von Forschern und Technikern. So könnte Strontiumtitanat in der
Optoelektronik verstärkt Verwendung finden, und es erscheint nun auch
möglich, neuartige Datenspeicher, die das reversible Schalten auf
kleinstem Raum zur Grundlage haben, zu bauen. Da ist es nur
verständlich, dass Hersteller von Kristallen, aber auch von optischen
Geräten und Datenspeichern lebhaft an Kooperationen mit der
Nachwuchsgruppe interessiert sind.
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