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Die genetischen Unterschiede zwischen Pflanzen lassen sich mittels Isoenzym-Analyse erschließen. Bei dieser Form der Analyse werden Eiweißstoffe aus den Pflanzen isoliert und auf ein Geld gebracht. Im elektrischen Feld von Elektrophoresekammern (Foto) wandern die Eiweißstoffe je nach Größe und Ladung unterschiedlich weit. Aus den Unterschieden zwischen den Eiweißstoffen lassen sich schließlich die genetischen Unterschiede ableiten.
Foto: Hanne Gössl, Donaueschingen
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Erntekontrollen vor Ort, Saatgutprüfung und die Kontrolle von Saatgutbeständen gehören zum Hauptrepertoire der amtlichen Herkunftskontrollen. In Einzelfällen greifen die Prüfer auf genetische Analysen mittels Isoenzym- und DNA-Analytik zurück. Allerdings weist die DNA-Untersuchung einige Mankos auf: Sie beschreibt lediglich die genetischen Strukturen von Populationen und stimmt selten mit den Grenzen der ausgewiesenen Herkunftsgebiete überein, zudem unterliegen die Parameter räumlichen und zeitlichen Veränderungen. Hinzu kommt, dass Populationen nach jeder Abblüte ihre Gene neu ordnen. Die genetische Analytik lässt sich somit zwar zur Qualitätsbeurteilung des Saatguts heranziehen, eignet sich aber kaum zu Aussagen über die geographische Herkunft, obwohl Populationen erkannt werden können. Die Forschungsgruppe "Herkunftskontrolle" hat sich der Analytik mittels stabiler Isotopen bei forstlichem Saatgut gewidmet. Diese Methode kommt bereits beim Herkunftsnachweis von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Produkten zum Einsatz. Die Wissenschaftler untersuchten auf diversen Samenplantagen das Saatgut von Waldbäumen wie der Winterlinde, Buche, Roterle, Bergahorn, Fichte, Weißtanne. Die Ergebnisse zeigten signifikante Unterschiede in den Verhältniszahlen der Isotope von Saatgutmischungen der verschiedenen Samenplantagen. Innerhalb der Plantagen ließen sich wiederum - im Gegensatz zu genetischen Methoden - keine Differenzen nachweisen. Bei der Untersuchung verschiedener Reifejahre gingen die Verhältniszahlen ebenfalls deutlich auseinander. Daraus lässt sich auf eine gute Anwendbarkeit der Methode schließen. Die Stabilisotopen-Analytik könnte somit in Zukunft ein unerlässlicher Bestandteil der Saatgut-Zertifizierung werden. Kooperationspartner des Forschungsverbundes waren die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt, das Bayerische Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht sowie die Firma Agroisolab. Nähere Informationen zur Herkunftskontrolle, weitere Untersuchungsergebnisse sowie der vollständige Tagungsband befinden sich unter
www.nw-fva.de/Herkunftskontrolle
(siehe unten). Der Forschungsverbund "Herkunftskontrolle" gehört zu den 25 Verbundprojekten, die im Förderschwerpunkt "Nachhaltige Waldwirtschaft" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) betreut in der wissenschaftlichen Begleitung und Koordinierung den Förderschwerpunkt "Nachhaltige Waldwirtschaft", der seitens des BMBF im Zeitraum 2005 bis 2010 mit rund 30 Millionen Euro finanziert wird. Aufgabe des Koordinierungsbüros am UFZ ist es, auf nationaler und europäischer Ebene ein Netzwerk für Wissenschaft und Praxis zu schaffen. Der Förderschwerpunkt widmet sich bis vor allem drei Feldern: Wie kann die Wertschöpfungskette Forst-Holz sowohl gewinnorientiert als auch ökologisch verträglich und sozial gerecht optimiert werden? Wie können Waldlandschaften so genutzt werden, dass die Lebensqualität der Menschen verbessert wird und gleichzeitig die Ressourcen langfristig gewährleistet sind? Wie sieht der Wald der Zukunft aus?
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