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Aufgabe der Pharmakologen und Chemiker war es also, einen Wirkstoff zu entwickeln, der ausschließlich an den einen, gewünschten Rezeptortyp binden kann. Das ist inzwischen in einem Fall geglückt: "Wir haben sogenannte 'dualstere Hybride' entwickelt, die diese Aufgabe erfüllen", sagt Ulrike Holzgrabe.
Einsatz bei Schmerzen und Alzheimer Die von dem Wissenschaftler-Team entwickelte Substanz bindet an so genannte Muskarinrezeptoren. Diese spielen unter anderem bei der Verarbeitung von Schmerzen eine Rolle und bei Gedächtnisprozessen. Gut möglich, dass der Wirkstoff also einmal in der Therapie von Schmerzen und der Alzheimer-Krankheit Verwendung findet. Bis dahin ist es allerdings noch ein langer Weg: "Optimistisch gerechnet" zehn, "realistisch betrachtet" 15 Jahre werden wohl noch vergehen, bis das neue Medikament tatsächlich in Apotheken erhältlich sein wird, so Ulrike Holzgrabe.
Ein Wirkstoff sucht zweifach Kontakt Diese neuen Moleküle docken mit einer Seite an die Bindungsstelle des Rezeptors an, an der auch die körpereigenen Substanzen Kontakt aufnehmen. Gleichzeitig sind sie so gebaut, dass sie sich auch noch an eine zweite, weiter entfernt liegende Bindungsstelle an den Rezeptor lagern. Sie nehmen also gleichsam doppelt Kontakt auf. "Diese zweite Bindungsstelle hat ursprünglich keine Funktion", sagt die Pharmazeutin. Weil sie sich jedoch von Rezeptor zu Rezeptor strukturell sehr stark unterscheidet, bindet die neue Substanz ausschließlich an exakt den Rezeptor, dessen Signalweg stimuliert werden soll. Andere verschmäht sie; Nebenwirkungen bleiben somit aus.
Ausgezeichnete Publikation Bei der Entwicklung des neuen Wirkstoffs haben die Würzburger Pharmazeuten mit Kollegen in Bonn und Parma sowie Medizinischen Chemikern in Düsseldorf und Mailand zusammengearbeitet. Ihre Arbeit haben sie Anfang des Jahres in der Fachzeitschrift der Federation of American Societies for Experimental Biology veröffentlicht. Die Faculty of 1000 Biology hat sie inzwischen als Must Read - also als "muss man lesen" - eingestuft. Bei der Faculty of 1000 Biology handelt es sich um eine Plattform, die neu publizierte wissenschaftliche Artikel aus der Biologie auflistet. Deren Qualität wurde zuvor von Wissenschaftlern begutachtet und bewertet.
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