[ Sitemap ] [ Kontakt ] [ Impressum ] [ ]


Home


Weitere Infos:

Blei

Toxikologie



Aktuelles

Mehr Chemie Nachrichten

Neueste Forschungsartikel

Stellenmarkt Chemie


Chemie A bis Z

Index Chemie

Chemikalien

Internet Chemielexikon

Produkte und Firmen


About Internetchemie

Internetchemie

Impressum


News in English



Publiziert am 14.01.2009 Infos zum Internetchemie RSS News Feed

Bald bessere Hilfe bei Bleivergiftungen?


 
Blei aus dem Blut entfernen mit selektiven Bleirezeptoren und Magnetnanopartikeln.

Blei ist eines der gefährlichsten Schwermetalle und vor allem für Kinder sehr giftig. Sichere, effektive Entgiftungsverfahren werden gesucht. Wie in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichtet, hat ein koreanisches Team um Won Seok Han und Jong Hwa Jung nun einen neuen, vielversprechenden Ansatz entwickelt. Er beruht auf einem Fluoreszenzrezeptor, der Blei-Ionen selektiv und stark bindet. Der Clou: Der Rezeptor ist an magnetische Nanopartikel gebunden und ließe sich mitsamt seiner Blei-Ladung bei einer Blutwäsche einfach mit Magneten abtrennen. Mithilfe der Magnetpartikel gelang es den Forschern in vitro, aus mit Blei versetzten Blutproben 96 % der enthaltenen Blei-Ionen zu entfernen.

Spezielle Blei-Entgiftung

Spezielle Sonde, die zum spezifischen Nachweis von Blei eingesetzt wird. Bindet ein Blei-Ion an einen solchen Blei-Rezeptor, so wird dessen Fluoreszenz 'angeknipst', er beginnt zu leuchten.

Bildquelle: Wiley

Meist werden Blei und Bleisalze über Nahrungsmittel oder das Trinkwasser aufgenommen. Bleirohre und bleihaltige Glasuren von Keramikgefäßen sind oft die Bleiquelle. Häufiger als die akute ist die schleichende Bleivergiftung, wenn kleinere Mengen des Metalls über einen längeren Zeitraum akkumuliert werden. Symptome wie Muskellähmungen, Verwirrung, Gedächtnisverlust und Blutarmut sind die Folge. Derzeit werden Bleivergiftungen mit einer Chelattherapie behandelt, die allerdings gravierende Nebenwirkungen hat: Außer Blei binden die Chelatbildner weitere Mineralien und Spurenelemente und schwemmen diese lebenswichtigen Stoffe aus dem Körper aus. Nun ist eine Alternative in Sicht.

Ausgangspunkt für die Idee der Forscher: Es gibt spezielle Sonden, die zum spezifischen Nachweis verschiedener Metall-Ionen eingesetzt werden, so auch von Blei. Bindet ein Blei-Ion an einen solchen „Blei-Rezeptor“, wird dessen Fluoreszenz „angeknipst“, er beginnt zu leuchten. Der Rezeptor bindet außer Blei keine anderen Metall-Ionen. Ein derart selektiver Rezeptor ließe sich vielleicht nicht nur zum Blei-Nachweis, sondern auch zur Entgiftung einsetzen, so die Überlegung. Die Wissenschaftler synthetisierten einen Abkömmling des Blei-Rezeptors, den sie zusätzlich mit einem speziellen chemischen „Anker“ ausstatteten. Über diesen Anker knüpften sie die Rezeptormoleküle auf die Oberfläche magnetischer Nanopartikel aus Siliciumdioxid-ummanteltem Nickel.

Eine Entgiftung könnte im Prinzip wie bei einer Blutwäsche (Dialyse) erfolgen: Das Blut wird aus dem Körper geleitet und in einer speziellen Kammer mit den biokompatiblen Magnetpartikeln versetzt. Mithilfe von Magnetfeldern ließen sich die beladenen Magnetpartikel dann entfernen. Das gereinigte Blut wird dem Patienten anschließend wieder zugeführt. Anders als bei der Chelattherapie werden dem Körper dabei keine lebenswichtigen Mineralien und Spurenelemente entzogen.


 

Quellen und Artikel:

-

Hye Young Lee, Doo Ri Bae, Ji Chan Park, Hyunjoon Song, Prof., Won Seok Han, Dr., Jong Hwa Jung, Prof.:
Selective Fluoroionophore Based on BODIPY-functionalized Magnetic Silica Nanoparticles: Removal of Pb2+ from Human Blood.
In: Angewandte Chemie; 2009, 121; published online: 7 Jan 2009
DOI: 10.1002/ange.200804714
URL: direct link

-

Quelle: Angewandte Chemie, Pressemitteilung Nr. 02/2009

 

Weitere Informationen:

-

... zum Thema (Hintergrundinformationen, Forschungsartikel etc.): Siehe Menüleiste oben links

-

Ihre Pressemitteilung veröffentlichen ...




 


Suche nach themenverwandten Internetseiten:


Information nicht gefunden?
Versuchen Sie es hier!


Benutzerdefinierte Suche


Internetchemie © 2007 - 2010 A. J.; aktualisiert am 28.11.2009