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Ablagerungen am Kraterrand des Laacher-See-Vulkans in der Eifel.
[Foto: Uni Göttingen]
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Chemische Zonierung und Gehalt an Uran und Thorium in Pyrochlor aus einem Carbonatit-Syenit-Auswürfling des Laacher-See-Vulkans.
[Foto: Uni Göttingen]
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Die Eifel zählt zu den jüngsten Vulkangebieten
Mitteleuropas. Bei Vulkanforschern gilt sie als eines der am besten
untersuchten Vulkangebiete weltweit. Die wichtigsten Daten zur
Entstehung der Magmen, zur Eruptionsabfolge und zum dabei
ausgeworfenen Magmavolumen sind recht gut bekannt. „Um rechtzeitig vor
Vulkanausbrüchen warnen zu können und um die Wirksamkeit
geophysikalischer Methoden zur Tiefensondierung von Magma in der
Erdkruste abzuschätzen, ist es wichtig, die Verweildauer des Magmas im
Untergrund des Vulkans zu kennen. Zur Geschichte der teilweisen
Erstarrung der Gesteinsschmelze durch Kristallisation vor der Eruption
lagen aber bisher wenig Informationen vor“, so Prof. Dr. Gerhard
Wörner vom Geowissenschaftlichen Zentrum, Abteilung Geochemie, der
Universität Göttingen.
Im Rahmen eines von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts hat das
deutsch-amerikanische Wissenschaftlerteam die Vorgeschichte des Magmas
aus dem Laacher See rekonstruiert. Für die Datierung von Kristallen,
die sich bereits vor der Eruption gebildet haben, wählten sie einen
neuen Ansatz: In bestimmten Typen von ausgeworfenen Bruchstücken des
Randes der Magmakammer des Laacher Sees suchten sie nach den darin
enthaltenen Mineralen Zirkon und Pyrochlor. Wegen ihres hohen Gehalts
an Uran und Thorium lässt sich das Kristallisationsalter dieser
Minerale besonders gut bestimmen.
Damit können die Wissenschaftler die lange
Vorgeschichte der Magmakammer des Laacher Sees belegen. „Bereits vor
30.000 Jahren haben sich Schmelzen in geringer Tiefe angesammelt.
Besonders viele der analysierten Minerale haben ein Alter von 17.000
Jahren“, fasst Prof. Wörner zusammen. Für die Wissenschaftler sind
dies Indizien, dass der Ursprung der Magmakammer in seinen Anfängen
schon 30.000 Jahre alt ist und diese sich rund 4.000 Jahre vor dem
Vulkanausbruch noch einmal deutlich vergrößerte.
Warum das Magma nach tausenden von Jahren der
Kristallisation in geringer Tiefe dann gerade vor 12.900 Jahren
eruptierte, darüber lässt sich bislang nur spekulieren. Tektonische
Spannungen in der Erdkruste, Überdruck in der Kammer durch eine
Anreicherung vulkanischer Gase oder ein erneuter Magmaschub aus dem
Erdmantel sind mögliche Erklärungen. „Unsere Analysen haben aber
gezeigt, dass die Entwicklung der Magmakammer des Laacher Sees
mindestens doppelt so lange gedauert hat wie der Zeitraum, der seit
dem ersten Ausbruch vergangen ist. Dies belegt, dass das untersuchte
Magmensystem sehr langlebig und vermutlich noch immer aktiv ist. Eine
erneute Aktivität des Laacher-See-Vulkans innerhalb der nächsten
Jahrtausende ist keineswegs auszuschließen, sondern sogar sehr
wahrscheinlich“, so Prof. Wörner. |