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Bild des HR 8799-Planetensystems, in der Mitte: der Zentralstern HR 8799. Eine sorgfältige Untersuchung zeigt, dass es sich bei drei der Lichtflecken um Planeten handelt (durch Kreise gekennzeichnet): Bei 11 Uhr angefangen, im Uhrzeigersinn, und von außen nach innen sind das HR 8799b, HR8799c und HR8799d. Die anderen Strukturen sind Artefakte, wie sie bei einer solch schwierigen Beobachtungssituation - Stern und Planeten stehen extrem nahe beieinander, und der Stern ist einige tausend Mal heller als die Planeten - unvermeidbar sind.
[Bild: MPIA/W. Brandner]
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Das Instrument NaCo, angebracht am Very Large
Telescope der ESO auf dem Paranal in Chile. NaCo ist eine Kombination adaptiver
Optik (die Bildstörungen durch Turbulenzen in der Erdatmosphäre ausgleicht) und
der Kamera-Spektrografen-Kombination CONICA, die am Max-Planck-Institut für
Astronomie und am Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik entwickelt
wurde.
[Bild: ESO] |
Die Forschergruppe, zu der drei Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Astronomie (MPIA) und zwei Wissenschaftler kanadischer Universitäten gehören, hat das Planetensystem des hellen, sehr jungen Sterns HR 8799 untersucht, der am Nachthimmel im Sternbild Pegasus steht und rund 130 Lichtjahre von uns entfernt ist. Eine frühere Untersuchung hatte im Jahre 2008 drei Riesenplaneten nachweisen können, die diesen Stern umkreisen. Carolina Bergfors (MPIA), die im Rahmen ihrer Doktorarbeit an den Beobachtungen beteiligt war, erzählt: "Unser Beobachtungsziel war der mittlere der drei Riesenplaneten. Er besitzt ungefähr zehn Mal soviel Masse wie Jupiter, und hat eine Oberflächentemperatur von rund 800 Grad Celsius". Die Forscher nahmen das Spektrum mit Hilfe des Instruments NACO auf, das am Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte installiert ist, und nutzten dabei insbesondere die Kamera-Spektrografen-Kombination CONICA, die am Max-Planck-Institut für Astronomie und am Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik entwickelt wurde. Da der Stern mehrere tausend Mal heller ist als der Planet, und die beiden von der Erde aus gesehen sehr nah beieinander stehen, stellt die Messung des Planetenspektrums eine enorme Herausforderung dar. Markus Janson von der Universität Toronto, der Erstautor des Fachartikels, in dem die neuen Ergebnisse vorgestellt werden, erklärt: "Es ist, als wolle man aus zwei Kilometern Entfernung eine Kerze beobachten, die direkt neben einer hellen 300-Watt-Lampe steht." Carolina Bergfors ergänzt: "Wir mussten mehr als fünf Stunden belichten, um das Planetenspektrum aus dem weit helleren Licht des Sterns herauskitzeln zu können." In den kommenden Jahren hoffen die Astronomen, mit dieser Beobachtungstechnik wichtige Informationen darüber zu gewinnen, wie Planeten entstehen. Erster Schritt dürfte die Aufnahme der Spektren der beiden anderen Riesenplaneten von HR 8799 sein; damit hätten die Astronomen zum ersten Mal die Gelegenheit, die Spektren mehrerer Planeten ein und desselben Exoplanetensystems miteinander zu vergleichen. Entfernteres Ziel ist es, auf dieses Weise lebensfreundliche Exoplaneten zu identifizieren oder sogar Spuren von einfachen außerirdischen Lebensformen nachzuweisen. Aktuell geben die neuen Ergebnisse Anlass, die derzeitigen Modelle der Atmosphäre des Exoplaneten zu überdenken. Wolfgang Brandner (MPIA), Koautor des Fachartikels, erklärt: "Die Eigenschaften des Spektrums sind nicht mit den heutigen theoretischen Modellen vereinbar. Offenbar gilt es, die Eigenschaften der Staubwolken in der Planetenatmosphäre genauer zu modellieren - oder die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre ist ganz anders, als bislang angenommen."
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Eine geglättete Version
des Spektrums, die den Vergleich zwischen Theorie und
Beobachtung ermöglicht. Waagerecht ist die Wellenlänge
aufgetragen, senkrecht die Flussdichte (ein Maß dafür, wieviel
Strahlung des Planeten uns bei den verschiedenen Wellenlängen
erreicht). Deutlich sichtbar: Im Vergleich zu den Modellen wird
bei kleineren Infrarot-Wellenlängen mehr Strahlung beobachtet
als erwartet (links im Bild), und bei größeren Wellenlängen
weniger (rechts im Bild).
Grafik: MPIA
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Fragen und Antworten
Was ist ein Spektrum?
Jeder Regenbogen führt uns vor Augen, dass sich
weißes Licht in verschiedene Grundfarben zerlegen lässt. Astronomen
führen diese Zerlegung des Lichts in verschiedene Farben (oder
»Wellenlängenanteile«) mit ihren Instrumenten künstlich herbei –
allerdings unterscheiden sie dort, wo wir lediglich fünf oder sechs
Regenbogenfarben unterscheiden, hunderter feiner Farbnuancen, die
zusammen das Spektrum eines Objekts bilden: eine Übersicht, welche
Mengen an Licht der Himmelskörper in jedem der enggefassten
Farbbereiche abstrahlt. Außerdem nutzen Astronomen nicht nur das
sichtbare Licht, das wir beim Regenbogen sehen, sondern weit größere
Bereiche des elektromagnetischen Spektrums. Das bei den hier
beschriebenen Beobachtungen aufgenommene Spektrum liegt im Bereich des
Infrarotlichts. Die Eigenschaften der Spektren – besonders viel Licht
in einigen, besonders wenig in anderen Farbbereichen – geben
Aufschluss über die chemische Zusammensetzung der beobachteten
Materie. Infrarotspektren sind hier besonders nützlich, um zu sehen,
welche Moleküle beispielsweise in einer Planetenatmosphäre vertreten
sind. Insgesamt ist die Spektroskopie, das Aufzeichnen von Spektren,
ein Schlüsselwerkzeug der Astronomie: Spektren zeigen uns, woraus
ferne Himmelskörper bestehen.
Was ist an diesen Ergebnissen neu?
Dies ist das erste direkt gemessene Spektrum eines
Exoplaneten, der einen sonnenähnlichen Stern umkreist. Die meisten
vorherigen Messungen waren indirekt – mit Weltraumteleskope wurde
beobachtet, wie ein Exoplanet von der Erde aus hinter seinem
Heimatstern verschwindet; dabei wurde das Spektrum des Gesamtsystems
vor und nach Verschwinden des Planeten aufgenommen, und durch
Vergleich der auf den Planeten zurückgehende Spektrumsanteil
ermittelt. Eine vorherige direkte Messung war an einem System
gelungen, in dem das Zentralobjekt ein Brauner Zwerg (ein Objekt, das
nicht genügend Masse besitzt, um ein Stern zu werden, aber zuviel
Masse, um als Planet zu gelten) oder ein junger, lichtschwacher Stern
ist. Andere Direktmessungen lieferten kein richtiges Spektrum, sondern
nur einen kleinen Ausschnitt daraus (eine Spektrallinie), die einem
einen Stern umkreisenden Exoplaneten zugeordnet wurde.
Was bedeutet das Ergebnis für die Suche nach
Leben auf anderen Planeten?
Spektroskopische Messungen wie die hier
vorgenommene – allerdings mit noch deutlich größerer Detailschärfe! –
sollen in Zukunft die chemische Zusammensetzung der Atmosphären von
Exoplaneten analysieren und so zeigen, ob auf diesen Planeten
lebensfreundliche Bedingungen herrschen. Auch nach indirekten
Anzeichen für die Existenz von Leben auf diesen Planeten wird gesucht
werden: Die Häufigkeiten der verschiedenen Molekülsorten in der
Atmosphäre wird durch chemische Gesetzmäßigkeiten geregelt.
Abweichungen von den Standardhäufigkeiten können ein Zeichen für die
Anwesenheit von Lebensformen sein – die heutige Häufigkeit von
Sauerstoff in der Erdatmosphäre beispielsweise ist wesentlich auf die
Aktivität von Algen vor mehr als 2 Milliarden Jahren zurückzuführen.
Es ist noch ein weiter Weg bis zum Nachweis von Leben auf fremden
Planeten, und auf diesem Weg müssen zum einen Nachweismethoden für
kleinere, erdähnliche Planeten, zum anderen noch genauere
spektroskopische Methoden entwickelt werden. Das Verfahren, das mit
den hier geschilderten Beobachtungen praktisch demonstriert wurde, ist
ein wichtiger Schritt in Richtung unseres Ziels.
Welche Messungen wurden vorgenommen, und was
folgt daraus?
Die Astronomen konnten die Spektren von Stern und
Planet räumlich voneinander trennen, und das Spektrum des Planeten im
Wellenlängen Bereich zwischen 3,88 und 4,08 Mikrometer aufnehmen. Das
Spektrum ist sehr verrauscht; durch Glätten der Kurve kann der Beitrag
des Rauschens unterdrückt werden, und Vergleiche mit den von
theoretischen Modellen vorhergesagten Spektren werden möglich.
Aufgrund des Rauschens lassen sich keine einzelnen Spektrallinien
identifizieren. Allerdings zeigt bereits der Vergleich der geglätteten
Spektra deutliche Abweichungen zwischen der beobachteten Spektrumsform
und der Vorhersage der Atmosphärenmodelle, die davon ausgehen, dass
sich die verschiedenen Elemente in der Atmosphäre im chemischen
Gleichgewicht befinden und dass die Temperatur der Atmosphäre von den
Äußeren hin zu den inneren Schichten kontinuierlich zunimmt. Bei
längeren Wellenlängen (oberhalb von 4 Mikrometern) strahlt der Planet
schwächer, als erwartet; dies deutet auf Absorption durch Moleküle in
der Planetenatmosphäre hin. Die einfachste Erklärung ist, dass die
Atmosphäre weniger Methan, aber mehr Kohlenmonoxid enthält als
angenommen.
Wie sieht das Sonnensystem von HR 8799 aus?
Der Stern HR 8799 besitzt anderthalb Sonnenmassen.
Die drei Riesenplaneten, die ihn umkreisen, und die 2008 von einem
anderen Forscherteam entdeckt wurden, haben Massen zwischen 7 und 10
mal der Jupitermasse. Ihre Abstände vom Zentralstern liegen zwischen
dem 20- und dem 70-fachen des Abstands der Erde von der Sonne. Das
System enthält auch zwei Gürtel aus kleineren Objekten, ähnlich dem
Asteroiden- und dem Kuipergürtel unseres eigenen Sonnensystems.
Mit welchen Teleskopen wurden die Beobachtungen
durchgeführt?
Die Spektren wurden mit dem Infrarotinstrument NACO
am Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte in Chile
aufgenommen. Die Messungen waren dabei nur durch die so genannte
adaptive Optik dieses Instruments möglich, welche die Störeinflüsse
aufgrund der Turbulenzen der Erdatmosphäre, die das Licht ferner
Himmelsobjekte auf seinem Weg zum Teleskop durchqueren muss,
weitgehend ausschaltet. Daten für Voruntersuchungen wurden mit dem
Instrument IRCS am Subaru-Teleskop aufgenommen.
Was bedeutet die Bezeichnung »HR 8799«?
HR 8799 zeigt an, dass der Stern im Yale-Katalog
der hellsten Sterne (Yale Bright Star Catalogue) die Nummer 8799
trägt. Die Abkürzung »HR« ist vom Vorgängerkatalog übernommen, dem
Harvard Revised Photometry Catalogue (»Revidierter
Harvard-Sternhelligkeits-Katalog«).
Pressemitteilung der ESO
Erste direkte Aufnahme eines Exoplaneten-Spektrums
Bei Beobachtungen an einem Dreifach-Planetensystem, das einer
vergrößerten Version unseres eigenen Sonnensystems ähnelt, haben
Astronomen erstmals direkt ein Spektrum – einen “chemischen
Fingerabdruck [1]” – eines Planeten aufgenommen, der einen fremden
Stern umkreist [2]. Das Ergebnis liefert neue Informationen über die
Zusammensetzung und Entstehung des Planeten, und stellt einen
Meilenstein der Suche nach Leben auf anderen Planeten dar.
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Spektrum eines Planeten des HR
8799-Systems [Abbildung: ESO] |
”Das Spektrum eines Planeten ist wie ein
Fingerabdruck: Es liefert wichtige Informationen über die chemischen
Elemente in der Planetenatmosphäre” erzählt Markus Janson, Erstautor
des Fachartikels, in dem die neuen Ergebnisse vorgestellt werden.
“Solche Informationen erlauben Rückschlüsse darauf, wie sich der
Planet gebildet hat. In Zukunft könnte sich so auch Spuren von Leben
auf fremden Planeten finden lassen.”
Die Forscher nahmen das Spektrum eines riesigen
Exoplaneten auf, der den hellen, sehr jungen Stern HR 8799 umkreist.
HR 8799 steht am Nachthimmel im Sternbild Pegasus, und ist rund 130
Lichtjahre von uns entfernt. Der Stern besitzt anderthalb Mal soviel
Masse wie unsere Sonne, und ist Zentralstern eines Planetensystems,
das einer vergrößerten Version unseres eigenen Sonnensystems ähnelt:
Im Jahre 2008 wurden dort drei Riesenplaneten nachgewiesen, mit Massen
zwischen dem sieben- und dem zehnfachen der Jupitermasse. Die Planeten
sind 20 bis 30 Mal soweit von ihrem Zentralstern entfernt wie die Erde
von der Sonne; außerdem weist das System zwei Gürtel kleinerer Objekte
auf, ähnlich dem Asteroiden- und dem Kuipergürtel unseres
Sonnensystems.
“Unser Beobachtungsziel war der mittlere der drei
Planeten, der rund zehn Mal soviel Masse besitzt wie Jupiter besitzt
und eine Oberflächentemperatur von rund 800 Grad Celsius aufweist”, so
Carolina Bergfors, die an den Beobachtungen beteiligt war. “Nach mehr
als fünf Stunden Belichtungszeit ist es uns gelungen, das
Planetenspektrum aus dem viel helleren Licht des Zentralsterns
herauszulösen.”
Damit ist es zum ersten Mal gelungen, das Spektrum
eines Exoplaneten, der einen normalen, fast sonnenähnlichen Stern
umkreist, direkt aufzunehmen. Bis dahin war die Bestimmung von
Spektren nur indirekt möglich gewesen: Bei Beobachtungen von
“exoplanetaren Eklipsen”, also Situationen, in denen ein Exoplanet von
der Erde aus gesehen hinter seinen Heimatstern tritt, liessen sich
Spektren indirekt durch Vergleich des aufgefangenen Lichts vor und
nach Verschwinden des Planeten erschließen. Solche indirekten
Bestimmungen sind nur mit Weltraumteleskopen möglich, und können nur
dann gelingen, wenn die Umlaufbahn des Planeten relativ zur
Blickrichtung der irdischen Beobachter exakt richtig ausgerichtet ist
– und das ist nur für sehr wenige Exoplanetensysteme der Fall. In
diesem Fall dagegen wurde vom Erdboden aus mit Hilfe des Very Large
Telescope (VLT) der ESO beobachtet, und das Spektrum wurde direkt
bestimmt und ist damit von der Orientierung der Umlaufbahn des
Planeten unabhängig.
Da der Zentralstern einige tausend Mal heller ist
als der Planet, stellt diese direkte Bestimmung eine beachtliche
Leistung dar. “Es ist, als wolle man aus zwei Kilometern Entfernung
eine Kerze beobachten, die direkt neben einer hellen 300-Watt-Lampe
steht” erklärt Janson.
Die Entdeckung wurde durch das Infrarotinstrument
NACO möglich, das am VLT angebracht ist. Insbesondere nutzten die
Forscher die Komponente CONICA, eine Kombination aus Kamera und
Spektroskop, die vom Max-Planck-Institut für Astronomie (Heidelberg)
und dem Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik (Garching)
entwickelt wurde. Eine entscheidende Rolle spielte dabei die
hocheffektive adaptive Optik von NACO [3]. Noch detailreichere Bilder
und Spektren von Exoplaneten erwarten die Forscher von SPHERE, einem
Instrument der nächsten Generation, das 2011 am VLT installiert werden
soll, und vom European Extremely Large Telescope (E-ELT), einem in
Entwicklung befindlichen Riesenteleskop der Extraklasse.
Die neuen Ergebnisse geben Anlass, die derzeitigen
Modelle der Atmosphäre des Exoplaneten zu überdenken. Wolfgang
Brandner, Koautor des Fachartikels, erklärt: “Die Eigenschaften des
Spektrums sind nicht mit den heutigen theoretischen Modellen
vereinbar. Offenbar müssen wir die Eigenschaften der Staubwolken in
der Planetenatmosphäre noch genauer modellieren – oder die chemische
Zusammensetzung der Atmosphäre ist ganz anders, als bislang
angenommen.”
Die Astronomen hoffen, schon bald die chemischen
Fingerabdrücke der beiden anderen Riesenplaneten zu bestimmen, und
dann zum ersten Mal Zugang zu den Spektren dreier Exoplaneten aus ein
und demselben Planetensystem zu haben. “Das wird mit Sicherheit neues
Licht darauf werfen, wie Planetensysteme entstehen”, schließt Janson.
Anmerkungen:
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[1] |
Ein Regenbogen führt uns vor Augen, dass sich
weißes Licht in verschiedene Grundfarben zerlegen lässt.
Astronomen führen diese Zerlegung des Lichts in verschiedene
Farben (oder “Wellenlängenanteile”) mit ihren Instrumenten
künstlich herbei – allerdings unterscheiden sie dort, wo wir
lediglich fünf oder sechs Regenbogenfarben wahrnehmen, hunderter
feiner Farbnuancen, die zusammen das Spektrum eines Objekts
bilden: eine Übersicht, welche Mengen an Licht der Himmelskörper
in jedem der enggefassten Farbbereiche abstrahlt. Die
Eigenschaften der Spektren – besonders viel Licht in einigen,
besonders wenig in anderen Farbbereichen – geben Aufschluss über
die chemische Zusammensetzung der beobachteten Materie. Das
macht die Spektroskopie, das Aufzeichnen von Spektren, zu einem
Schlüsselwerkzeug der Astronomie. |
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[2] |
Im Jahre 2004 wurde mit Hilfe von NACO am VLT
das Spektrum eines Objekts mit 5 Jupitermassen aufgenommen, das
einen Braunen Zwerg umkreist (ein Brauner Zwerg ist ein
Himmelskörper, der nicht genügend Masse besitzt, um ein Stern zu
werden, aber zuviel Masse, um als Planet zu zählen). Allerdings
gehen die Forscher davon aus, dass dieses Objektpaar, ähnlich
wie ein Doppelstern, zusammen entstanden ist, dass sich der
Begleiter also nicht wie ein Planet aus einer das Zentralobjekt
umgebenden Materiescheibe gebildet hat (sie die
englischsprachigen Pressemitteilungen ESO 28/04, ESO 15/05 und
ESO 19/06). |
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[3] |
Beobachtungen, die mit bodengebundenen
Teleskopen vorgenommen werden, werden durch turbulente
Luftströmungen in der Atmosphäre empfindlich gestört. Diese
Turbulenzen sind für das romantische Funkeln der Sterne
verantwortlich – den Astronomen verderben sie in ganz
unromantischer Weise die Arbeit, denn sie verwischen die feinen
Details astronomischer Abbildungen. Mit Hilfe der Adaptiven
Optik (AO) lassen sich diese Störungen weitgehend ausgleichen,
so dass auch erdgebundene Teleskope so detailscharfe Bilder
produzieren können wie sonst nur Weltraumteleskope, also
Teleskope, die sich außerhalb der Erdatmosphäre befinden.
Kernstück eines AO-Systems ist ein verformbarer Spiegel, mit
dessen Hilfe die durch die atmosphärischen Turbulenzen
verursachten Bildverzerrungen ausgeglichen werden. Gesteuert
werden die Verformungen des Spiegels durch ein Computersystem,
das laufend Daten eines so genannten Wellenfrontsensors
auswertet. Dieser Sensor überwacht das Bild eines
Referenzsterns: er misst, wie die atmosphärischen Störungen das
Bild des Referenzsterns verzerren, und einige hundert Male pro
Sekunde wird aus diesen Messdaten berechnet, wie der Spiegel
verformt werden muss, um die beobachteten Verzerrungen
auszugleichen.
Hintergrundinformationen |
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Das Forscherteam besteht aus M. Janson
(Universität Toronto, Kanada), C. Bergfors, M. Goto, W. Brandner
(Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg) und D.
Lafrenière (Universität Montreal, Kanada). Vorbereitende
Messungen wurden mit dem IRCS-Instrument am Subaru-Teleskop
vorgenommen. |
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Die Europäische Südsternwarte ESO (European
Southern Observatory) ist die führende europäische Organisation
für astronomische Forschung und das wissenschaftlich
produktivste Observatorium der Welt. Getragen wird die
Organisation durch ihre 14 Mitgliedsländer: Belgien, Dänemark,
Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, die Niederlande,
Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz, die
Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich. Die ESO
ermöglicht astronomische Spitzenforschung, indem sie
leistungsfähige bodengebundene Teleskope entwirft, konstruiert
und betreibt. Auch bei der Förderung internationaler
Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die
Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO betreibt drei
weltweit einzigartige Beobachtungsstandorte in Nordchile: La
Silla, Paranal und Chajnantor. Auf Paranal betreibt die ESO mit
dem Very Large Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste
Observatorium für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren
Lichts, und VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der Welt.
Die ESO ist der europäische Partner für den Aufbau des
Antennenfelds ALMA, das größte astronomische Projekt überhaupt.
Derzeit entwickelt die ESO das European Extremely Large
Telescope (E-ELT) für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren
und Infrarotlichts, mit 42 Metern Spiegeldurchmesser ein
Großteleskop der Extraklasse. |
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Die Übersetzungen von englischsprachigen
ESO-Pressemitteilungen sind ein Service des ESO Science Outreach
Network (ESON), eines internationalen Netzwerks für
astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und
Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsstaaten (und
einigen weiteren Ländern) vertreten sind. Deutscher Knoten des
Netzwerks ist das Haus der Astronomie am Max-Planck-Institut für
Astronomie in Heidelberg. |
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