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Die Serum Metabolom Datenbank (SMDB) ist eine frei verfügbare elektronische Datenbank mit detaillierten Informationen über kleine Moleküle, die im menschlichen Blutserum nachgewiesen wurden. Die Informationen umfassen chemische Daten, klinische Daten und molekulare/biochemische Daten.
Jeder Eintrag enthält mehr als 110 Datenfelder und viele von ihnen sind zu anderen Datenbanken (KEGG, PubChem, MetaCyc, ChEBI, PDB, Swiss-Prot und GenBank) verlinkt. |
Das Wissenschaftlerteam aus mehr als 20 Forschern an sechs verschiedenen Instituten nutzte modernste Technologie zur Überprüfung der bisherigen Erkenntnisse und zur Durchführung eigener Labormessungen, um neue Wege zur Erforschung der Blutchemie aufzuzeigen.
"Es ist die vollständigste chemische Charakterisierung des Blutes, die jemals durchgeführt wurde", so David Wishart. "Wir kennen jetzt die normalen Werte aller im Blut nachweisbaren Stoffe. Ärzte können die Messungen als Bezugspunkt für das Monitoring des aktuellen wie des zukünftigen Gesundheitszustandes eines Patienten nutzen."
Der Forscher führt weiter aus, dass Änderungen der Blutzusammensetzung erstes Anzeichen eines medizinischen Problems sein können. Die Blutchemie ändere sich als erstes, wenn sich der Gesundheitszustand eines Menschen ändere.
Die Metabolom-Datenbank von Wishart und seinem Team ist mit der vollständigen Liste der Blutchemikalien im Internet frei zugänglich (open access). Ärzte ist jetzt das Wissen von Hunderten von Blut-Forschungsprojekten aus der ganzen Welt erschlossen. Mit dieser neuen Datenbank können Ärzte spezifische Anomalien mit medizinischen Fragestellungen in Verbindung bringen.
Wishart glaubt, dass die Übernahme seiner Forschung nur langsam erfolgen werde, in Kooperation mit den Krankenhäusern nach Aufstellung neuer Suchprotokolle und neuer Instrumentenausstattung vielleicht für ein paar Hundert der mehr als 4000 identifizierten Verbindungen.
"Die Menschen studieren das Blut seit mehr als 100 Jahren", erläutert Wishart. "Durch die Kombination der Forschung aus der Vergangenheit mit unseren neuen Erkenntnisse haben wir der Wissenschaft der Chemie des Blutes von einem Schlüsselloch-Blickwinkel zu einem riesigen Panoramafenster verholfen."
Tabelle:
Im Blutserum nachgewiesene chemische
Verbindungsklassen und Anteil der
Einzelsubstanzen (Quelle [1])
| Chemische Verbindungsklasse |
Anzahl |
|
Chemische Verbindungsklasse |
Anzahl |
| Phospholipide |
2177 |
|
Indole und Indol-Derivate |
12 |
| Glycerolipide |
1070 |
|
Polyamine |
11 |
| Hydrocarbonsäuren |
129 |
|
Purin und Derivate |
11 |
| Aminosäuren |
114 |
|
Retinoide |
11 |
| Steroide und Derivate |
109 |
|
Acyl-Glycine |
10 |
| Verschiedene andere |
77 |
|
Acyl-Phosphate |
10 |
| Fettsäuren |
65 |
|
Alkane und Alkene |
10 |
| Alkohole und Polyole |
40 |
|
Cyclische Amine |
9 |
| Minerale und Elemente |
40 |
|
Zuckerphosphate |
9 |
| Kohlenhydrate |
35 |
|
Glucuronoside |
8 |
| Nukleoside |
24 |
|
Ketosäuren |
8 |
| Nukleotide |
24 |
|
Leukotriene |
8 |
| Prostanoide |
23 |
|
Pyridoxale und Derivate |
7 |
| Aromatische Säuren |
22 |
|
Ketone |
6 |
| Carnitine |
22 |
|
Porphyrine |
6 |
| Polyphenole |
22 |
|
Cobalamin Derivate |
4 |
| Catecholamine und Derivate |
21 |
|
Aldehyde |
3 |
| Peptide |
21 |
|
Chinone und Derivate |
3 |
| Gallensäuren |
19 |
|
Sphingolipide |
3 |
| Dicarbonsäuren |
17 |
|
Alkohol-Phosphate |
2 |
| Glycolipide |
15 |
|
Biotin und Biotin-Derivate |
2 |
| Aminoalkohole |
14 |
|
Pyrimidine und Derivate |
2 |
| Aminoketone |
14 |
|
Tricarbonsäuren |
2 |
| Pterine |
14 |
|
Aminosäure-Phosphate |
1 |
| Anorganische Ionen und Gase |
12 |
|
Coenzym A Derivate |
1 |
Die Forschungsergebnisse wurden in
der Fachzeitschrift PLoS ONE veröffentlicht [1].