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Camfetamin: Erster Nachweis per GC-MS

Forscher der Saar-Uni weisen erstmals neue Designerdroge nach.




Abbildung: Der Homburger Toxikologe Professor Hans Maurer arbeitet an Verfahren, um den Konsum von Designerdrogen nachzuweisen. Erstmals gelang nun der Nachweis von Camfetamin mittels Gaschromatographie/Massenspektrometrie. [Bildquelle: Universität des Saarlandes]
Toxikologe Hans Maurer

Als Badesalze oder Kräutermischungen sind sie frei im Internet erhältlich: Hinter diesen harmlosen Namen stecken aber oft Designerdrogen. Die Rauschmittel sind weltweit auf dem Vormarsch. Ihr Konsum steigt rapide an. Sie nachzuweisen und zu verbieten, ist oft ein schwieriges Unterfangen, da immer neue Substanzen auf den Markt kommen. Toxikologen der Saar-Uni arbeiten daran, diesen Drogen schneller auf die Spur zu kommen. So haben Forscher um Jessica Welter und Professor Hans Maurer ein Verfahren entwickelt, mit dem sich der Konsum der Designerdroge Camfetamin eindeutig nachweisen lässt.

Ihre Arbeit wurde in der Fachzeitschrift 'Analytical and Bioanalytical Chemistry' veröffentlicht [siehe Hinweis unten]. Gleichzeitig wurde die Arbeit der Homburger Wissenschaftler von dem Editor der Zeitschrift als so genannte 'Forefront' Publikation besonders gewürdigt.

Alleine in Deutschland sind im Jahr 2013 laut der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler 55 neue Rauschmittel auf den Markt gekommen. Die Drogenküchen sind den Ermittlungsbehörden und der Justiz dabei meist einen Schritt voraus. Wird eine synthetische Droge verboten, können die Hersteller der Drogen die chemische Struktur der Substanz leicht abwandeln und so schnell eine neue Form anbieten.

Um dieser Entwicklung Einhalt zu bieten, hat mittlerweile auch die Europäische Kommission den psychoaktiven Substanzen den Kampf angesagt. Wichtig dabei: Ermittler müssen den Konsum solcher Drogen nachweisen können. An der Universität des Saarlandes arbeiten Forscher um Professor Hans Maurer an derlei Verfahren. In einer aktuellen Studie haben sie einen Nachweis für die Substanz Camfetamin entwickelt. "Es handelt sich um ein Amphetamin, das seit 2010 im Internet erhältlich ist", so Professor Hans Maurer von der Experimentellen und Klinischen Toxikologie am Homburger Uniklinikum. "Die Droge ähnelt im Aufbau dem Fencamfamin, einem Appetitzügler aus den 60er Jahren." Sie erhöht bei Konsumenten vermutlich die Konzentrationsfähigkeit und Wachheit. Dabei kann es aber zu Nebenwirkungen wie Angstzuständen, Depressionen oder Herzrasen kommen.

Um den Drogenkonsum nachzuweisen, gibt es zwei verschiedene Methoden, wie Maurer erläutert: "Polizei, aber auch Kliniken nutzen oft einen Schnelltest, bei dem Antikörper mit dem nachzuweisenden Rauschmittel reagieren. Designerdrogen sind hiermit aber meist nicht nachweisbar. Wir setzen im Labor daher auf die Massenspektrometrie." Bei diesem Verfahren wird eine Substanz in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt. Dies kann nach Trennung im flüssigen Zustand (Flüssigchromatographie) oder im gasförmigen Zustand (Gaschromatographie) erfolgen. "Wir erhalten für jeden Stoff ein individuelles Spektrum ähnlich wie bei einem Fingerabdruck", so Maurer weiter. Auch bei Camfetamin ist den Forschern nun dieser Nachweis gelungen. Darüber hinaus haben die Homburger Toxikologen untersucht, wie das Rauschmittel im Körper abgebaut wird. Im Urin konnten sie schließlich das Camfetamin an sich sowie charakteristische Abbauprodukte der Droge aufspüren.

Regelmäßig veröffentlichen Maurer und sein Team solche Referenzwerte für Designerdrogen in Büchern und Datenbanken, die Wissenschaftlern weltweit zur Verfügung stehen.

Jessica Welter hat die Arbeit kürzlich auf dem Weltkongress der International Association of Therapeutic Drug Monitoring and Clinical Toxicology (IATDMCT) in Salt Lake City (UT) vorgestellt. Dafür hat sie den "Young Scientist Award for Best Oral Presentation" erhalten.


Zusatzinformationen:

Jessica Welter, Pierce Kavanagh, Hans H. Maurer:
GC-MS and LC-(high-resolution)-MSn studies on the metabolic fate and detectability of camfetamine in rat urine.
In: Analytical and Bioanalytical Chemistry; Volume 406, Issue 16, pp 3815-3829, veröffentlicht am 01. Juni 2014, DOI 10.1007/s00216-014-7796-6

Quelle: Universität des Saarlandes, Saarbrücken

 


Aktualisiert am 12.08.2014.



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