PSMA-617




PSMA-617 ist eine vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) entwickelte organisch-chemische Verbindung, die sich - mit verschiedenen Radionukliden markiert - für die Diagnostik und die Therapie von Prostatakrebs einsetzen lässt:

 

PSMA-617

 

Zielmolekül der Substanz ist hierbei das PSMA, das so genannte Prostata-spezifische Membran-Antigen - das, im Vergleich zu gesunden Zellen, in erhöhter Konzentration auf den Prostatakrebs-Zellen auftritt, ansonsten aber kaum im Körper zu finden ist. PSMA-617 ist in der Lage, spezifisch an dieses Protein anzubinden; wird das Molekül nun mit schwach radioaktiven Nukliden, wie zum Beispiel das Gallium-Isotop Ga-68, markiert, dann lassen sich selbst kleinste Ansammlungen der Krebszellen mittels PET-Untersuchungen (Positronen-Emmissions-Tomographie) bildlich darstellen und aufspüren. Das ermöglicht es den Medizinern auch, den Therapieverlauf zu verfolgen.

Zum Radiopharmakon wird das PSMA-617 durch Markierung mit stärker strahlenden Radioisotopen, wie zum Beispiel das Lutetium-Isotop Lu-177 (PSMA-Lutetium) oder das Actinium-Isotop Ac-225: Der Wirkstoff wird samt radioaktiver Fracht selektiv von den Prostatakrebs-Zellen aufgenommen, so dass diese von innen heraus bestrahlt und damit zerstört werden; diese Behandlung könnte selbst bei den schwer behandelbaren hormonresistenten Prostatakarzinomen anschlagen.

 

Datenblatt: PSMA-617

Bezeichnung: PSMA-617
Systematisch: 2-[3-(1-Carboxy-5-{3-naphthalen-2-yl-2-[(4-{[2-(4,7,10-tris-carboxymethyl-1,4,7,10-tetraaza-cyclododec-1-yl)-acetylamino]-methyl}-cyclohexancarbonyl)-amino]-propionylamino}-pentyl)-ureido]-pentandisäure
Weitere Namen: DKFZ-PSMA-617
Summenformel: C49H71N9O16
Molmasse: 1042,14 g mol-1
Externe Daten: PubMed - PSMA-617 (Artikelübersicht)

 

Quellen und weitere Informationen:

[1] - A. Afshar-Oromieh, C. Kratochwil, M. Eder, M. Eisenhut, K. Kopka, U. Haberkorn:
Rezidivdiagnostik des Prostatakarzinoms mit PSMA-Liganden PET/CT und die initialen klinischen Erfahrungen mit der PSMA-basierten Radioligandentherapie.
In: Nuklearmediziner, (2015), DOI https://dx.doi.org/10.1055/s-0035-1548769.

[2] - Martina Benesová, Martin Schäfer, Ulrike Bauder-Wüst, Ali Afshar-Oromieh, Clemens Kratochwil, Walter Mier, Uwe Haberkorn, Klaus Kopka und Matthias Eder:
Preclinical Evaluation of a Tailor-Made DOTA-Conjugated PSMA Inhibitor with Optimized Linker Moiety for Imaging and Endoradiotherapy of Prostate Cancer.
In: The Journal of Nuclear Medicine, (2015), DOI 10.2967/jnumed.114.147413.

[3] - M. M. Heck, M. Retz, R. Tauber, K. Knorr, C. Kratochwil, M. Eiber:
Radionuklidtherapie des Prostatakarzinoms mittels PSMA-Lutetium.
In: Der Urologe, (2017), DOI 10.1007/s00120-016-0274-3.

 


Kategorie: Wirkstoffe

Aktualisiert am 31.01.2017.







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