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Silberpartikel in der Waschmaschine

Nanobeschichtungen setzen kaum Nanopartikel frei.




Grafik: Prozentualer Anteil der Silberbeschichtung, der in einem Waschgang ausgewaschen wurde (blau) und Nanopartikel-Anteil (rot). [Bildquelle: EMPA]
Prozentualer Anteil der Silberbeschichtung

Silber-beschichtete und somit antibakterielle Textilien sind bei Sportlern und in der Medizin beliebt. Ein Empa-Team hat nun untersucht, ob und wie sich unterschiedliche Silberbeschichtungen in der Waschmaschine verhalten und dabei Interessantes entdeckt: Textilien mit Nano-Beschichtung verursachen weniger Nanopartikel im Waschwasser als normal beschichtete.

Wo Nano drin ist, kommt nicht primär Nano raus: Für Silber-beschichtete Textilien trifft das jedenfalls zu, erklärt Bernd Nowack von der Empa-Abteilung "Technologie und Gesellschaft". Bei jedem Waschgang wird eine gewisse Menge der Silberbeschichtung aus den Textilien ausgewaschen und landet im Abwasser.

Dieses Wasser hat die Empa analysiert; es stellte sich heraus, dass nano-beschichtete Textilien kaum Nanopartikel freisetzen. Ganz im Gegensatz zu herkömmlichen Beschichtungen, aus denen eine Vielzahl verschiedener Silber-Partikel entstanden sind. Ausserdem verlieren nano-beschichtete Silbertextilien generell weniger Silber beim Waschen. Dies, weil bei einer Nano-Beschichtung deutlich weniger Silber ins Textil eingearbeitet wird und dieses für die antibakterielle Wirkung dosierter freigesetzt wird als bei herkömmlichen Beschichtungen. Eine überraschende Erkenntnis, die die künftige Analyse und den Umgang mit Silber-Textilien verändert.

"Alle Silbertextilien verhalten sich ähnlich - ob nun nano-beschichtet oder herkömmlich", so Nowack. Daher sollten Nano-Textilien nicht strikter als Textilien mit konventionellem Silber reguliert werden, was in der gegenwärtigen Diskussion um eine mögliche spezielle Regulierung von Nanosilber berücksichtigt werden sollte.

Was aber bedeuten Silberpartikel im Abwasser? Silber wandelt sich bei Kontakt mit Luft und dem darin (in geringen Mengen) enthaltenen Schwefel in Silbersulfid um, der gleiche Prozess findet in der Kläranlage statt. Das schwer lösliche Silbersulfid setzt sich im Klärbecken am Boden ab und wird dann mit dem Klärschlamm verbrannt. Es bleibt also kaum etwas vom Silber aus dem Waschwasser in der Umwelt zurück. Für den Menschen ist Silber relativ ungiftig und somit ungefährlich. Selbst wenn sich bei hohem Schwitzen Silberpartikel aus dem Textil lösen, werden diese von gesunder Haut nicht aufgenommen.

 

Welches Waschmittel für welche Beschichtung

Als nächstes will Nowacks Team Silbertextilien mit verschiedenen herkömmlichen Waschmitteln waschen. Es hat sich nämlich gezeigt, dass bestimmte Inhaltsstoffe im Waschmittel die Form des Silbers verändern können. So kam es beispielsweise vor, dass die Forschenden vor dem Waschen im Textil Silberionen, also gelöstes Silber (eine konventionelle Form von Silber) detektierten, nach dem Waschen allerdings elementares, also metallisches Nano-Silber oder andere Formen wie (schwer lösliches) Silberchlorid.

Silbertextilien bestehen also letztlich aus einer Vielzahl von Silbermaterialien, die sich laufend verändern und umwandeln. Und das nicht nur beim Waschen, wie Nowack betont. "Selbst beim Herstellungs- und Beschichtungsprozess können äussere Einflüsse bereits Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Silberpartikel im Textil haben, noch bevor der Kunde das Produkt bei sich zu Hause im Schrank hängen hat."


Zusatzinformationen:

Denise M. Mitrano, Elisa Rimmele, Adrian Wichser, Rolf Erni, Murray Height und Bernd Nowack:
Presence of Nanoparticles in Wash Water from Conventional Silver and Nano-silver Textiles.
In: ACS Nano; online veröffentlicht am 18. Juni 2014, DOI 10.1021/nn502228w

Quelle: Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt, Schweiz

 


Aktualisiert am 02.07.2014.



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